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20.05.2009 Goseck - Stern Akustisch
Bericht + Fotos: Kerstin Kühn
Kurze Arbeitswoche. Donnerstag ist Himmelfahrt, Freitag habe ich frei. Da muss
doch was gehen. Ja, es passt da konzertmäßig was ganz Tolles: Goseck. Hier
spielen am Mittwoch die „akustischen Sterne“ und am Donnerstag „Scholle Zöllner“.
Wenn das nicht genial wird.
Na und so schlimm weit ist es nach Goseck ja eigentlich auch nicht.
Am Ende erwies sich die Strecke dann doch zwei Stunden lang. Also beschlossen
wir auf der Heimfahrt den Weg über die Autobahn zu nutzen und landeten natürlich,
wie kanns anders sein, im Stau.
Wir freuen uns auf „Stern akustisch“, besorgen uns eine Unterkunft in Naumburg
und machen uns freudig auf den Weg. Am Nachmittag vor dem langen Wochenende
ist das auch auf den Nebenstraßen ein mittleres Problem.
Aber schließlich kommen wir noch rechtzeitig am Konzertort an. Die Musik des
Soundchecks zieht uns magisch an. Es ist warm, die Sonne scheint. Wir erwarten
freudig unser drittes Konzert mit den neuen Sternen.
Wir gehen über den Platz, suchen uns mit den Augen schon einen Sitzplatz auf der
Terrasse, wo wir noch etwas essen und trinken wollen. Doch was ist das? Da kommt
einer fröhlich, uns schon von weitem grüßend, auf uns zu: IC Falkenberg. Schnell
sind wir in ein nettes Gespräch verwickelt. Er ist heute ungeheuer gut drauf.
Schließlich geht es los.
Die Vorband „Fiiep“ aus Naumburg legt ganz schön laut und rockig los.
Nach kurzer Umbaupause sammeln sich die Sterne kurz nach 21 Uhr an der Bühne und
schon beginnt wieder eines dieser unvergesslichen Konzerte – dieses Mal im wahrsten
Sinne.
Die ersten Takte erklingen und ich bin meinen Problemen völlig entrückt.
Welch magische Wirkung diese Musik nur immer wieder hat.
Man spürt, welchen Spaß die Jungs an ihrer Arbeit haben und wie sehr das
Publikum darauf reagiert. Leider sind nicht so viele Zuschauer wie erwartet
erschienen, aber die da sind, sind es mit Begeisterung. Und das ist ja wohl viel mehr
wert. Ich habe heute die Gelegenheit zu Bildern aus ganz verschiedenen
Perspektiven. Das macht Spaß.
Plötzlich tröpfelt es. Gewittergrollen im Hintergrund. Große Sonnenschirme werden
aufgestellt, was für die Sonne gut ist, kann gegen den Regen nicht schlecht sein.
Aber es bricht ein Regenguss über uns herein, da helfen auch die Schirme nicht viel.
Ich habe mich inzwischen direkt vor die Bühne geflüchtet, aber auch hier peitscht
der Regen hin. Doch niemand denkt ans Weggehen. Mutig halten wir vor der Bühne
aus. Schließlich setzt irgendwann doch die Vernunft ein und ich lasse mich von
meinem tapfer behaupteten Platz ins Trockne locken. Der Durchgang zur Toilette
bietet bereits einigen Schutzsuchenden Platz. Also müssen wir uns hinten anstellen
und demzufolge sehen wir nichts mehr.
Doch das Hören ist ein Genuss. Die Beine können nicht ruhig stehen.
Die Musik hat mich völlig erfasst. Natürlich kann ich mir auch das Mitsingen nicht verkneifen.
Den Umstehenden scheint das nicht wirklich zu gefallen.
Aber lange halte ich es so weit weg auch nicht aus. Es drängt mich nach
draußen und als der Regen etwas nachlässt, stehe ich schließlich doch wieder in
Sichtweite der Bühne.
Zwei Stunden spielen die fünf Sterne unverdrossen supertolle Stern-Adaptionen,
interessant moderiert in IC-typischer Erzählweise, lustig hintersinnig und voller Spaß
an der Musik. Er findet immer wieder den Draht zum Publikum und bindet seine
„Mitstreiter“ in das plaudernde Gespräch mit uns ein. Auch Regen und Gewitter
können ihnen nichts anhaben, sie zeigen ihr ganzes Können auf dem Schlosshof
von Goseck und das Publikum dankt es ihnen.
Das Wetter und die für den nächsten Tag angekündigte Katastrophenwarnung
haben uns dann doch am nächsten Morgen nach Hause fahren lassen, schade um
das Zöllner-Konzert. Doch der 20. Mai war ein sehr emotionaler Abend und im
Nachhinein sogar ein kleines Jubiläum – mein 30. Konzert mit IC.
Kaum zu Hause, entsteht schon die Vorfreude auf das in diesem Jahr noch
Mögliche. „Entzugserscheinungen“ machen sich breit, aber Musik aus der Konserve
- MP3 und CD - helfen darüber bis zum nächsten Live-Konzert ein wenig hinweg.