12.10.2007 Görlitz - Arno Schmidt
Bericht: Peter Günther
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Lange schon habe ich auf diese Gelegenheit gewartet und nun hat es endlich mal
geklappt, Arno Schmidt live zu erleben, zumal seine Auftritte wirklich rar gesät sind.
In einer gemütlichen - fast familiären Atmosphäre gastierte er mit seinem Gitarristen
Frank Seidlitz im Görlitzer Apollo Theater. Leider genossen nur 11 Zuschauer diesen
wunderschönen Abend, was für mich selbst unverständlich war.
Arno Schmidt ist ein nicht so bekannter Liedermacher, welcher schon zu DDR Zeiten
mit seinen Songs Gegebenheiten kritisch beleuchtet hat. Auch nach 1989 blieb er
aktiv, machte nie große Kampagnen für die eigene Profilierung, sondern produzierte
mit seinem Texter Ed Stuhler in gleicher Form Lieder weiter, welche die Realität
widerspiegeln, wobei dies vielfach in Form einer textlichen Satire gestaltet wird und
eben deshalb eine große Wirkung erzielt.
So auch an diesem Abend. Ungeachtet der geringen Zuhörerschaft gelang es ihm
die anwesenden Besucher schnell zu fesseln und in den Bann zu ziehen.
Ausdrucksstark, ernst und zugleich witzig nahm er in den Inhalten seiner Titel u.a.
das Spiel der Medien, Rassismus und Arbeitslosigkeit aufs Korn. Und das
überzeugend und eindringlich.
Das Repertoire während dieses Konzertes bestand aus Titeln seiner gesamten
Schaffensperiode. "Aber fliegen" - sein wohl Bekanntester, erklang ebenso wie "Das
alte Lied" oder die "Gummifabrik".
Sein Partner Frank Seidlitz eine Virtuose an der Gitarre. Er brachte sein Instrument
zum Weinen und Schwingen zugleich, er ersetzte mit dem abwechslungsreichen
Spiel förmlich ein ganzes Orchester. Einfach Wahnsinn.
Die lautstark geforderte 1.Zugabe bestimmten dann die Zuschauer nach
Aufforderung von Arno selbst. Mit dem Wunsch nach "EIGENTLICH" kamen sie
seinen Gedanken an dieser Stelle wie identisch nahe.
Ein Klasse Konzert ging dann nach 2 Stunden zu Ende, und ich bin mir sicher, das
denjenigen welche vor Ort waren, dieses - wie mir - noch lange im Gedächtnis
bleibt, verbunden mit der Hoffnung, Arno und Frank wieder öfters auf der Bühne
sehen zu können
An dieser Stelle auch noch einen lieben Gruß an Brita und ihren Freund, welche sich
nicht scheuten, den langen Weg aus Unterfranken zu diesem Konzert anzutreten
und mir somit ein Wiedersehen mit ihnen ermöglichten.